Berichte
No Stage for Genocide - Song Protest
Die Bühne gegen den Völkermord im Herzen Wiens!
Politische Rückschau und Dank des Organisationsteams an alle Teilnehmenden, Unterstützenden und Mitwirkenden
Der „Song Protest“ war ein gelungenes Format, um dem „Artwashing“ der Menschenrechtsverbrechen Israels einen kulturellen Protest entgegenzustellen. Unsere Kernforderung war: Ein kriegsführendes Land, das einen Völkermord begeht und anhaltende Vertreibungen zu verantworten hat, soll nicht bei einem Großevent, wie dem Eurovision Song Contest eine Bühne erhalten. Noch dazu, wenn es sich als Event zur Völkerverständigung verkauft. Dies wurde auch in den Mainstreammedien aufgegriffen und vermittelt – sowohl nationale als auch internationale Presse berichtete umfassend über den Song Protest.
Es ist nicht gelungen, Teilnehmende und Organisator:innen als „Extremist:innen“ zu framen und die Aktion damit an den Rand des gesellschaftlich geduldeten Meinungsspektrums zu schieben. Nein: Dieser Protest fand im Herzen Wiens am Maria-Theresien-Platz, zwischen dem „Eurovision-Dorf“ am Rathausplatz und dem „Eurovision-Israel-Cafè“ im Museumsquartier statt – und artikulierte den in der Gesellschaft weit verbreiteten Unmut über die Teilnahme Israels am Eurovision Songcontest in künstlerischer, demokratischer und friedlicher Form.
Mehr als 55 Künstler:innen und Redner:innen sowie über 50 engagierte Freiwillige aus verschiedenen Bereichen der Bewegung, die finanzielle Unterstützung solidarischer Menschen, Sachspenden und (über den gesamten Zeitraum) rund 2500 Teilnehmende machten den von Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt geprägten musikalischen Protest möglich.
Mit dem Song Protest wurden die folgenden zentrale Botschaften platziert:
1) Die anhaltende Nakba, die fortgesetzte Vertreibung, Entrechtung und die Gewalt gegen Palästinenser:innen darf nicht länger verdrängt oder relativiert werden. Am Gedenktag der Nakba haben wir palästinensische Kultur und Tradition, die durch den Völkermord mit ausgelöscht wird, auf die Bühne gebracht und solidarische Stimmen hörbar gemacht. Diese Breite des Programms, das palästinensische Künstler:innen und Aktivist:innen, sowie Künstler:innen und Aktivist:innen aus den Boycott-Ländern und aus unterschiedlichen Teilen der Bewegung vereinte, war entscheidend für den Erfolg.
2) Wir haben mit diesem kraftvollen, künstlerischen Event die politische Verantwortung Europas für den Völkermord und die anhaltende politische Unterstützung in Österreich für diesen herausgestellt und klar verurteilt. Zugleich wurde deutlich gemacht: Auch in Österreich gibt es eine Vielzahl an Stimmen, die mit dieser Komplizenschaft nicht einverstanden sind. Es stellten sich nicht nur Menschen aus dem aktivistischen Bereich, sondern auch aus Kunst und Kultur, entschieden gegen das Schweigen und die anhaltende Unterstützung der israelischen Politik.
Wir sehen es als unsere zentrale, gemeinsame Aufgabe, die anwachsende gesellschaftliche Stimmung gegen den Völkermord an den Palästinenser:innen politisch und kulturell zu artikulieren. Das ist durch die beiden Botschaften gelungen, wie die mediale Resonanz zeigt. Diese Kernpositionen waren zugleich die Basis des breiten Bündnisses, das rund um den Song Protest entstehen konnte. Das muss auch weiterhin unser Anspruch sein.
Wesentlich für den Erfolg des Song Protests war insbesondere, dass dieser Teil der breiten Bewegung war, die sich seit Jahren für Gerechtigkeit in Palästina einsetzt und von dieser getragen wurde: Beiträge von „Write their Names“, die das gemeinsame Gedenken an die Opfer des Völkermords und unsere Pflicht, gegen das Verdrängen anzugehen, zum Ausdruck bringen, oder der gemeinsame Dabke-Tanz, zeugen davon.
Unsere Stärke liegt genau in dieser Vielfalt und in unserer Fähigkeit, sie im gegenseitigen Respekt zu einer gemeinsamen, gesellschaftlich hörbaren Stimme zu verbinden. Denn Sichtbarkeit entsteht nur durch die gemeinsame, entschlossene politische Praxis.
Wir stellen uns klar gegen jede Form von Diskriminierung und Abwertung. Auf gesellschaftlicher, systemischer Ebene richten sich diese vor allem gegen Muslim:innen. Deren Stigmatisierung, der Vorwurf des Terrors und Extremismus, wird oft gegen die ganze Palästina-Bewegung gerichtet. Teil dieses Konstrukts ist auch der Generalverdacht gegen Muslim:innen undemokratisch zu sein und an einem konventionellen Geschlechterverständnis festzuhalten. Abwertung und Diskriminierung treten in unterschiedlicher Form auf. Doch Respekt und Anerkennung entstehen nicht durch bloße Bekenntnisse, sondern im gelebten Umgang miteinander. Nur durch den offenen solidarischen Dialog und die verbindende Aktion – wie es der Song Protest war – können wir unsere politische Praxis, trotz aller Unterschiede, gemeinsam weiterentwickeln und die verbindenden Elemente des gemeinsamen Engagements für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit erkennen.
Wir werden diese gemeinsame Praxis weiterentwickeln und weiterhin gegen den Völkermord an den Palästinenser:innen, gegen das anhaltende Morden Israels, gegen den ständigen Bruch des Völkerrechts, gegen die scheinbare Straffreiheit für Israel, gegen Apartheid, Vertreibung und Entrechtung aufstehen. Wir werden nicht leiser, auch wenn die Medien wieder schweigen. Wir werden durch vielfältige Formen des Protests, durch das gemeinsame Handeln eine breite gesellschaftliche Artikulation erwirken und die Position für Palästina im Zentrum der Gesellschaft erreichen, wie es in den Boykottländern bereits gelungen ist. Gemeinsam erhöhen wir den Druck auf jene, die mit ihrer Politik immer noch Israels Verbrechen rechtfertigen, vom Völkermord profitieren und diesen ermöglichen, um sie für diese Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen.
Song-Protest 2026 in Wien
Eine Bühne für Gerechtigkeit und eine laute Stimme gegen die Teilnahme Israels am Song-Contest 2026. Fotodokumention von Wolfgang Berger
Die Veranstaltung am 15.05.2026 am Maria-Theresienplatz in Wien war ein durchgehender Erfolg, Tausende von Menschen artikulierten ihre Solidarität mit Palästina. Sie erfreuten sich an palästinensischen sowie Palästina-solidarischen kulturellen Darbietungen.
Sehr viel Presseleute waren anwesend, auch ausländische Presse war zahlreich vertreten. Die großen europäischen Fernsehstationen sowie auch Printmedien berichteten. Aber auch die großen Mainstream-Sender Österreichs waren zahlreich zugegen.
Die Veranstaltung verlief friedlich und brachte die die verschiedensten Identitäten zusammen.
Bei den Main Acts gegen 20.00 Uhr wuchs die Anzahl der Gäste auf rund 2.500 an und die Atmosphäre des Fests wurde von einer elektrisierenden und begeisternden Welle getragen und geflutet.
Durch die zahlreichen und großzügigen Spenden der Gäste und der Unterstützer wird eine bedeutende Spende an das Rahma-Hilfsprojekt gehen. Rahma stellt Menschen und vor allem Kindern, denen durch die Grausamkeiten der Völkermörder die Gliedmaßen amputiert werden mussten, Prothesen zur Verfügung.
Wolfgang Berger
Bildbericht zum Song-Protest 2026
Christina Angerer & Dalia Sarig
Shatat
Am Abend füllte sich der ganze Platz
Rames Najjar
Lidón Soriano bei ihrer Rede
Banda POPolare dell’Emilia Rossa
Dr. Sami Ayad bei seiner Rede
Nina Maleika als Moderatorin
Mauricio Lizarazo Prada mit seiner Rede
Protestinstallation von "Write their name"
Schon am Nachmittag füllte sich der Platz mit Besuchern
Michael Barenboim bei seiner beeindruckenden Rede
Eine unbedeutende Störaktion von verwirrten zionistischen Aktivisten
Eine unbedeutende Störaktion von verwirrten zionistischen Aktivisten
Die Besucher waren bester Laune
Anna Grob & Band
Der Schagzeuger von Célia Mara
Célia Mara
Moderation von Topoke
IZRAA mit ihrer großartigen Performance
Banda POPolare dell’Emilia Rossa
Banda POPolare dell’Emilia Rossa
Die Besucher waren bester Laune
Dalia Sarig bei ihrer wichtigen Rede
Maika Makovski rockt die Bühne
Großdemo gegen Song Contest
Sanktionen gegen Apartheid erobern Wiener Herzen
Am Samstag zogen weit mehr als 5.000 Menschen vom Wiener Westbahnhof bis hinter die Stadthalle. Dort bot der ORF dem zionistischen Völkermord eine globale Bühne geboten wurde. Die Demo war wesentlicher Bestandteil der breiten Artikulation gegen diese koloniale Propagandashow. Es handelte sich um bisher eine der größten Demonstrationen der Palästina Solidarität – und das trotz schlechten Wetters.
Die Polizei hatte die Stadthalle weiträumig abgesperrt. Damit war eine sichtbare Meinungsäußerung gegenüber die Kolonialshow nicht mehr möglich. Doch das bedeutete gleichzeitig, dass wir durch arme und migrantische Viertel zogen, in der die überwältigende Zustimmung für den Protest gegen den Völkermord in nie dagewesener Weise zum Ausdruck kam. Aus tausenden Fenstern und von der Straße strömte uns praktisch nur Unterstützung zu.
Auch die Demo war wieder einmal sehr bunt. Organisiert vom „Bündnis für ein freies Palästina“ wurde sie von einer weiten Koalition getragen, angefangen von DemokratInnen, über MuslimInnen, ChristInnen und JüdInnen, sowie Queeren bis hin zu KommunistInnen und AntiimperialistInnen.
Am Vortag hatte das konservative Regime-Blatt „Die Presse“ einen Artikel mit dem zutreffenden Titel „Die europäische Jugend wendet sich von Israel ab“ [https://www.diepresse.com/23973405/die-europaeische-jugend-wendet-sich-von-israel-ab] gebracht. Das drückte sich auch im Altersschnitt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Mobilisierungen aus, bei der Demo sowie auch bei der Gegenveranstaltung am Vortag, dem Song Protest [https://song-protest.palaestinasolidaritaet.at/].
Bemerkenswert auch die geänderte Linie der Polizei. Der bisher antidemokratisch verfolgte Slogan „From the river to the sea, Palestine will be free” konnte diesmal ohne Repression gerufen werden. Das hängt sicher mit dem Versuch zusammen, keine schlechte Presse zu provozieren. Aber es ist natürlich auch Ausdruck der veränderten gesellschaftlichen Stimmung, insbesondere in der Jugend, die sich mehrheitlich gegen den Terror-Staat gewendet hat.
Verschweigen der Demonstration war für die Regime-Medien keine Option mehr, insbesondere auch weil die internationale Presse nur so danach gierte. Die üblichen Verleumdungen wegen angeblichen Antisemitismus und Terrorunterstützung haben kaum mehr Glaubwürdigkeit und verstärken nur noch die Ablehnung des Zionismus – sie werden also nur mehr am Rande platziert. Die Hauptlinie des Regimes war Lächerlichmachung wegen angeblicher Kleinheit.
Um 15:24 berichtete der „Kurier“: Großdemo zieht durch Wien: „Brandreden gegen Israel: An die 4.000 Menschen gehen in Wien gegen die Teilnahme Israels am ESC auf die Straße.“ [https://kurier.at/chronik/wien/grossdemo-zieht-durch-wien-brandreden-gegen-israel/] Im Verlauf des Abends setze sich dann die Sprachregelung „mehrere Hundert Leute“ durch, die die „Krone“ dann zur „Mini-Demo“ machte. Wer allerdings weiß, wie schwer in Österreich große Mobilisierungen sind und gleichzeitig sieht, dass die ApologetInnen des Völkermords trotz voller Unterstützung des Regimes niemals mehr als eine Handvoll Menschen mobilisieren können, kann sehr wohl verstehen, welche Tiefe unsere Bewegung erreicht hat – auch wenn sie noch lange nicht erschöpft ist und sich weiterverbreiten muss und wird.
Die Hauptforderung der Demo, auf allen Ebenen Sanktionen gegen jenen Staat zu verhängen, der mit voller westlicher Unterstützung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht, hat jedenfalls Meter gemacht.
Palästina Solidarität Österreich
Bildbericht zur Demonstration
Bildbericht zur Demonstration
PRESSESPIEGEL
Eine unvollständige Liste an Artikeln die über den Song-Protest berichtet haben
https://wien.orf.at/stories/3353922/
https://kurier.at/chronik/wien/wien-song-contest-gegendemos/403158876
https://www.heute.at/s/song-protest-demo-gegen-israel-teilnahme-am-esc-120195902
https://www.heute.at/s/palaestina-grossdemo-am-esc-finaltag-bei-der-stadthalle-120191622
https://www.w24.at/News/2026/5/Song-Contest-Spannung-vor-erstem-Halbfinale-unter-neuen-Regeln
https://www.hollywoodreporter.com/news/politics-news/eurovision-vienna-israel-protests-1236597385/
https://www.youtube.com/watch?v=VHoGtu4zjx8
https://wien.orf.at/stories/3354455/
https://kurier.at/chronik/wien/song-contest-2026-wien-demo-israel/403160469
https://www.noen.at/in-ausland/grossdemo-gegen-esc-teilnahme-israels-in-wien-522888928
https://www.kleinezeitung.at/artikel/24315798/grossdemo-gegen-esc-teilnahme-israels-in-wien
https://www.news.at/news/grossdemo-gegen-den-song-contest-in-wien-angemeldet

